Tag 1, Fengyuan

Chinesisch Neujahr begann dieses Jahr am 7.2., die Feierlichkeiten dauern traditionell 14 Tage an. Die wichtigsten Teil sind aber die ersten sieben Tage, diese Feiertage stellen das gesellschaftliche Großereigniss im chinesischsprachigen Raum dar. So strömen die Familienmitglieder aus allen Ecken herbei um für ein paar Tage gemeinsam zu essen, Geschenke auszutauschen, das neue Jahr zu begrüßen und, in Taiwan, für ein gutes Jahr zu beten. Während in China die Massen von Schneestürmen massiv in ihrer Migrationsbewegung gestört wurden, ging es in Taiwan ruhiger zu. Taipei war am 6. total entvölkert und die einzige Nahrungsquelle waren 7-11 Stores oder Fast-Food Ketten. Selbst in Gongguan rasselten kurz vor siebzehn Uhr die Gatter vor die letzten offenen Restaurants. Die politischen Parteien nutzten diese hohen Feiertage um ihre Präsidentschaftskandidaten zu positionieren. Ma Yingjiu, von der KMT, kehrte in seine Heimatstadt zurück und besuchte seine Mutter. Frank Hsieh von der DPP, die bei den Parlamentswahlen (zum Legislativyuan) massive Verluste im Januar einsteckte, kochte für seine Frau, die (ohne Kommentar) seine Nudeln lobte. In der Nacht vom 6. auf den 7. warteten hunderte Taiwaner vor den wichtigsten Tempel Taiwans, um die oder der erste zu sein die Räucherstäbchen in die großen Gebetsgefäße steckt, denn dem Glücklichen winkt ein Jahr voller Glück und Reichtum.

Und in all diesem Trubel machte ich mich mit meinem Kollegen am 7., dem Tag des Frühlingsfest, auf den Weg in das Maschinenbauzentrum Taichung. Als erster Stopp auf unserem kleinen Neujahrsausflug stand die Stadt Fengyuan, 10min mit dem Zug von Taichung entfernt, auf dem Plan. Fengyuan ist bekannt, wie die meisten Städte hier, für seine Snacks und als Holzschnitzregion für Tempelbedarf. Eine Kollegin hatte uns in diesen Ort zum Neujahrsessen eingeladen. Von zwei kleinen Locals, 10 und 11 Jahre, wurde uns der Mazu Tempel gezeigt. Der Tempel war gefüllt mit Besuchern und geschwängert vom Räucherstäbchengeruch, der die Tempelanlage durchzog. Die Gläubigen beten bei der Göttin-Mutter in der Haupthalle und allen anderen passenden Göttern drumherum um Beistand und Erfolg im neuen Jahr. Um den Tempel sammelt sich zu dieser Zeit auch der Jahrmarkt auf denen Essen, Krims und Krams verkauft wird. Während sich also drinnen die Opfertische füllten, wurden draußen die Kinder mit Süßigkeiten, Firecracker, kleinen Geschenken und Luftabllons zufrieden gestellt.

Am Abend gab es ein riesiges Neujahrsmahl. Da in diesen Tagen das Essen nie ausgehen darf, wurde getafelt was die Zutaten hergaben: von Schweinefleisch, Garnelen über Pilze zu Huoguo (Fondue) und Heilbutt wurde alles aufgefahren. Nach dem Hinweis der Dame des Hauses nicht soviel Reis zu essen, um das Sättigungsgefühl hinauszuzögern, wurde man unter sanftem Druck zu vielem und schnellen Essen „genötigt“ und das ganze durch einen selbstgemachten Kräuterschnaps vom Hausherren verdaulicher gestaltet. Nachdem Essen durften wir mit den Kids noch ein bischen Feuerwerk abzünden und am späten Abend wurden wir von den Gastgebern mit gefülltem Bauch und warmen Herzen in Taichung abgeliefert.

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