Guit Management

Zur Zeit ist Prof. Dr. Braungart in Taipeh zu Gast und ich war gestern bei seinem öffentlichen Vortrag (als Potimksches Dorf 🙂 ), er ist Verfahrenstechniker, lehrt an der Lübecker Uni und ist Gruender von EPEA GmbH (Economic Protection Encouragement Agency). Er war Mitbegruender der Chemieabteilung von Greenpeace und ist der Erfinder (zusammen mit dem Architekt McDonough) des Cradle-to-Cradle Konzepts. Dabei wird ein Produktionskreislauf entworfen indem kein Müll entsteht sondern alle Kompenenten entweder wieder zerfallen oder weitergenutzt werden. Müll bedeutet hier Nahrung.
So zum Beispiel die Eisverpackung von Unilever, die wieder zu Fluessigkeit wird oder die T-Shirts von Trigema die sich nach 3 Jahren in Kompost verwandeln. Ein groesseres Projekt kommt wohl Ende des Jahres auf dem Markt ein Auto von Ford, dass der Kunde „für 60 000 Meilen kauft“ dann wieder zurück gibt und somit das Auto wieder in den Cradle to Cradle Kreislauf gegeben wird. Und genau diese Rücküberführung, die auch eine Neuerwerbung des Kundens vorraussetzt, ist das was an diesem „ökologischen“ Konzept so sexy fuer Unternehmen ist. Das ist mal Kundenbindung der anderen Art.
Leider glaube ich, dass sich dieses Konzept nicht so leicht weltweit einsetzen lässt. Erstens muessen Maschinen umgestellt werden, dann muessen Produkte „wieder-erfunden“ werden, d.h. ihre chemischen Komponenten analysiert und wieder neu konstruiert werden. Außerdem sind Produkte nicht mehr unendlich haltbar. Die oben erwähnten T-Shirts zum Beispiel sind nur 3 Jahre haltbar, die Produktionskosten sind aber nur um 15% gefallen. Nicht ein Mensch aus den Entwicklungsländern oder den aufsteigenden Nationen hat Interesse an solchen Produkten, mal davon abgesehen, dass ihr Einkommen nicht ausreicht um bestaendig ihre Umgebung neu zu kaufen (Es gibt auch schon C to C Fenster).
Ein weiter Punkt ist eher kultureller Art: Prof. Braungart steht der Marktwirtschaft kritisch gegenueber, mit Anschuldigungen gen Shell, aber setzt auf der anderen Seite genau diese wieder voraus, indem er zum Beipiel einen liberalen Staat fordert und auf die Marktkräfte von Angebot und Nachfrage pocht, denn das Modell setzt auch eine „aufgeklärten“ Kunden (empowerd cusotmer) voraus. Denn der Kunde soll so den Produzenten zum C to C Prinzip überreden. So muss der Wal Mart CEO nun das C to C Konzept einführen wollen. Soweit ist aber die Verbraucherbewegung in Ostasien noch nicht.
A propos liberaler Staat und Shell:
Die VR China will in Guangxi eine Cradle-to-Cradle Stadt erbauen und Hu Jintao soll seinen Ministern das Buch von Prof. Braungart „Cradle to Cradle“ als Literatur zu lesen gegeben haben.

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