Kakophonie

Morgens wenn sich die Mitbewohner aus dem Bett gequält haben beginnt er, der Soundtrack des Tages. Nase hochziehen, spucken, Morgentoillete eben. In der Bahn das Rascheln der Zeitung und die dreisprachigen Ansagen in der U-Bahn: Orte, Sicherheitshinweise. Dann der Lärm der Straße der einen auf der Renshengdonglu empfängt. In meinem Compartement herrscht dann wieder Stille, bis auf kurze Freudenausbrüche der Kollegen oder ein Fluch Richtung PC, die an mein Ohr dringen. Irgendwann versuche ich dann die Stille zu übertönen indem ich chinesischen Pop vor mich hin summe oder anderes Ohrwürmer durch meinen Kopf spuken. Die Mittagspause wird vom Fernseher im kleinen Restaurant begleitet, indem über die großen und kleinen tragischen Fälle des Lebens berichtet wird. Und dann dudelt die klassische Musik im Kaffe und es hat eine merkwürdig entspannende Wirkung. Wieder Stille und auf dem Heimweg das quirlige Straßenleben, Musik aus den kleinen Klamottenläden, die Geräusche eines Straßenstandes indem gerade etwas im Wok zubereitet wird. Und am Ende des Tages steht man an der Bushaltestelle und lauscht der Erkennungsmelodie des Müllwagens, wie sie sich langsam die Straße hochbewegt, klingend abbiegt und in der Nacht verschwindet. In Taipeh ist man nie allein.

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